Großer Dreesch • „Ich wollte schon im Kindergarten Kindergärtnerin werden“, erzählt die 60-Jährige. Und das hat sie auch gemacht – als erster Jahrgang, der nicht mehr im Schloss gelernt hat, sondern in der Pädagogischen Schule „Olga Benario“ in der Ziolkowskistraße. „Seitdem hat sich vieles verändert“, erläutert sie lächelnd, „schon angefangen bei der Berufsbezeichnung“. Aus der Kindergärtnerin wurde Erzieherin, jetzt pädagogische Fachkraft.
Heike Hinzmann (Foto) war zuerst in Lübz tätig, dann wechselte sie auf den Schweriner Dreesch – erst in eine andere Einrichtung und schließlich ins „Haus Sonnenschein“, das mit der Kita gGmbH zur „Kita Sonnenschein“ wurde. Quirlig führt sie durch die große Einrichtung, die als eine der ersten nach der Wende modernisiert wurde. Das heutige Herzstück ist eine eigene große Turnhalle. „Wir haben ja auch einen sportlichen Schwerpunkt“, erzählt die Pädagogin. „Auch etwas, das sich stark verändert hat: Früher hatten wir einen vorgegeben Lernplan mit Zeiten, nach dem sich alle Kitas gerichtet haben. Heute gibt es unterschiedliche Konzepte, offene Arbeit, bedürfnisorientierte Erziehung. Der Wandel hierher war nicht so leicht. Dass man jeden Tag individuell gestalten kann, war in meinen frühen Erzieherjahren undenkbar! Und sich von den festen Strukturen zu lösen, hat viele – mich auch - verunsichert. Heute schätze ich das alles aber sehr.“
Eine besondere Konstante gibt es aber doch für Heike Hinzmann – und dafür ist sie bei Eltern und Kindern bekannt. Das bestätigt auch eine befreundete Kollegin, als sie zufällig beim Interview in den Raum kommt. Was es ist? „Na, die Musik!“, sagt sie und ist schon wieder durch die Tür. Heike Hinzmann hat eine Fortbildung zum Musikerzieher gemacht, spielt täglich Gitarre und freut sich, wenn ihre Kinder zu Kreis- und Fingerspielen zusammenkommen. „Früher habe ich auch musikalische Früherziehung mit Kindern und Eltern gemacht“, erzählt sie. „Da wurden auch Kochtöpfe zum Instrument. Und wenn man in die Runde geschaut hat, sah man nur lachende Gesichter.“ Dieses Strahlen ist es auch, das die erfahrene Kollegin täglich motiviert. „Wenn die Kinder schon an der Tür fröhlich ,Heike!‘ rufen – das ist das Schönste! Ich komme nach wie vor jeden Tag gerne zur Arbeit!“
maxpress/jpl